REINE SEIDE

Die Bilder der Fotoreihe „Reine Seide“ evozieren zunächst alle Eigenschaften, die dem
kostbaren Gewebe zugeordnet werden : es ist weich, fließend, warm, kühl, schützend,
einhüllend, verbergend, gestaltend, zart, geheimnisvoll, erotisch, filigran, weiblich.

Die Fotografien zeigen Abbildungen eines in Seidenbahnen eingewickelten, eingehüllten,
verborgenen  Frauenkörpers und offenbaren alle Wechselwirkungen, die Statisches und
fließend Bewegtes miteinander eingehen können.

Es gibt Bilder, die an verhüllte Skulpturen erinnern, die dem Betrachter eine umgrenzte
Körperlichkeit bieten. Welche aber von so „verschleierter“ Kontur ist, dass er sich diese
Skulpturen gleichsam im Schauen und Suchen erst selbst erschließen muss.

Es gibt ferner „bewegte“ Bilder, Dokumente tänzerischer Bewegung, gestischer
Ausdruckskraft, in denen Buchna aus dem Zusammenspiel zwischen der Textur der
Seide, der eingefangenen Bewegung und dem Licht Assoziationen von rieselndem
Sand, strömendem Wasser, Gaze, Netzen gewinnt.

Und aus dieser Mischung erwächst schließlich die untergründige, aus Anmut und
Verschleierung bestehende ästhetische Erotik der Bilder.

Schwarzweiß-Aufnahmen, teilweise analog als Dia aufgenommen, teils digital und am
Computer in verschiedenen Programmschritten entwickelt, in ihrer Farbigkeit sehr
stark reduziert, lassen uns das Dargestellte z. T. wie gemalt und verwischt erscheinen –

der Fotograf als Seidenspinner!